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Roadtrip Südtirol Toscana

Und dann war es soweit. Endlich waren wir wieder on Tour. Nach insgesamt fast fünf Monaten in Deutschland, konnten wir unsere Reise endlich fortsetzen. So schön es auch war, die Familie und Freunde wieder zu sehen, konnten wir es doch kaum erwarten, unsere Reiselust wieder zu stillen. Umso mehr freuten wir uns nun darauf, unseren Roadtrip mit dem Wohnmobil über Südtirol in die Toskana zu starten.

Schlechte Zeiten brechen an – Zweifel am Vanlife ziehen auf

Aber die Zeit war, bedingt durch diese Corona – Geschichte, auch von Ungewissheit und Zweifeln geprägt. Wann können wir wieder reisen? Müssen wir unseren Traum von der Europareise sogar begraben? Stillstand auf unbestimmte Zeit? War unser Traum vom Leben im Wohnmobil zum Scheitern verurteilt? Oder ist einfach gerade nicht die Zeit für ein unbeschwertes Vanlife? 

Die Vorstellung den Winter im kalten Deutschland zu verbringen, lies uns, im wahrsten Sinne des Wortes, erschaudern. Klar ist uns bewusst, dass das alles Jammern auf hohen Niveau ist. Aber wir haben nicht zwei Jahre, neben dem Job, den LKW ausgebaut, teilweise bis zur Erschöpfung, um dann einfach so aufzugeben. Nein, das kam und kommt für uns nicht in Frage. So schnell geben wir unseren Traum nicht auf!

Der Sommer brachte die Erlösung – Reisefreiheit in Sicht

Zum Glück entspannte sich dann im Sommer die Situation. In Europa wurden zahlreiche Reisebeschränkungen gelockert. Marokko, unser ursprüngliches Wunschziel fiel für den kommenden Winter jedoch aus. Also rückte die Fahrt nach Griechenland auf unseren Plan.

Eigentlich wollten wir uns über den Landweg auf die Reise nach Griechenland machen und hatten uns bereits eine tolle Route überlegt. Warum wir uns dann am Ende doch für die Tour über Italien, inklusive Überfahrt mit der Fähre, entschieden haben, erfahrt Ihr in unserem Beitrag: Einreise nach Griechenland in Corona-Zeiten.

Es geht endlich wieder los

Nachdem dann auch alle anstehenden Erledigungen abgeschlossen waren, wollten wir keine Zeit verlieren. Zuvor hatten wir noch eine schöne Woche zu Besuch bei der Familie Schmitt, besser bekannt unter Hippie-Trail, verbracht. Die vier haben leider noch viel größeres Pech. Immerhin mussten sie ihre aufwändig geplante Weltreise unterbrechen und warten jetzt genauso sehnsüchtig darauf, dass es endlich weitergehen kann. Jedoch steht ihr Wohnmobil – LKW aktuell in Dubai, bereit für die Weiterfahrt. Zeitpunkt ungewiss. Wir drücken alle Daumen, dass sie ihre Tour auch bald fortsetzten können. 

Direkt nach der Verabschiedung, machten wir uns auf den Weg nach München. Hier verbrachten wir noch eine letzte Nacht, um am morgigen Tag die Grenze zu Österreich zu überqueren.

Österreich

Für uns war von vornherein klar, dass wir Österreich in einem Rutsch durchqueren werden. Wir wollten so schnell wie möglich nach Italien gelangen. So könnten wir sicher gehen, den Winter in wärmeren Gefilden zu verbringen. Man konnte ja zu keiner Zeit wissen, ob sich die Dinge plötzlich wieder zum Negativen wenden. Vielleicht steigen wieder die Fallzahlen und Maßnahmen werden verschärft. Möglicherweise kommt es zu weiteren Einschränkungen oder gar Grenzschließungen. Alles ungewiss. Und ja, ganz ehrlich, wir hatten wirklich ein bisschen Grenzschlusspanik.

LKW in den Alpen Österreichs

Maut in Österreich

Österreich hat ja bekannter Weise eine Mautpflicht. Für alle die mit einem Fahrzeug von bis zu 3,5t auf der Autobahn unterwegs sind, ist das Procedere relativ simpel und finanziell überschaubar. Hier wird lediglich eine Vignette benötigt. 

Neben der klassischen Klebevignette, wird mittlerweile auch eine digitale Vignette angeboten. Die Vignetten gibt es wahlweise für eine Gültigkeitsdauer von 10 Tagen, 2 Monaten oder einem Jahr. Die Vignette für zehn Tage, welche für die reine Durchfahrt genügt, kostet knapp unter 10 €. Sie kann entweder vorab online bestellt werden, oder bei einer der zahlreichen Vertriebsstellen wie z.B. an Tankstellen. Die Vignette muss selbstverständlich vor der ersten Auffahrt auf die Autobahn erworben, und gut sichtbar an die Windschutzscheibe, angebracht werden.

Die digitale Vignette

Die digitale Vignette hat den Vorteil, dass sie ortsunabhängig gekauft werden kann. Ebenso bleibt die Windschutzscheibe frei, man spart sich so das Abkratzen der Vignette oder die bunte Pinnwand, die sich irgendwann bildet, sofern man häufiger durch Österreich reist.

Die digitale Vignette sollte allerdings frühzeitig bestellt werden, da sie unter die Konsumentenschutzfrist fällt. Daher kann sie erst ab dem 18. Tag nach dem Kauf genutzt werden. Außerdem ist die digitale Vignette auch an das Kennzeichen gebunden und wird bei Kennzeichenwechsel nicht automatisch umregistriert.

Go – Box für schweres Gerät ab 3,5t

Mit unserem 7,5t Wohnmobil- LKW wird die Angelegenheit dann schon interessanter. Bei allen schweren Wohnmobilen über 3,5t wird eine Go-Box benötigt. Diese Go Box ist an zahlreichen Vertriebsstellen erhältlich. Die anfallenden Gebühren errechnen sich durch die Emissionsklasse des Fahrzeugs. Bezahlt wird entweder über Vorkasse oder im Nachhinein, über das go-maut Zahlungssystem. 

Alle detaillierten Infos dazu bekommt ihr hier: go-maut.at

Mit unserem alten LKW geht die Autobahnnutzung somit schnell ins Geld. Alternativ die Landstraße zu wählen, ist in Österreich nicht zwingend eine gute Alternative. Ab Innsbruck sind einige Abschnitte nur für Fahrzeuge bis 3,5 t ausgewiesen.  Österreich ist landschaftlich super schön, aber fällt damit aus dem Katalog, der unbedingt zu bereisenden Länder. Leider zu viele Einschränkungen und für alte schwere Wohnmobile ein teures Pflaster.

Wir erreichen Norditalien

Und dann waren wir auch schon in Norditalien. Die Grenzüberfahrt ging ganz unaufgeregt. Keine Kontrollen, keine Wartezeit. Wir passieren eine kleine Ortschaft. Viele Menschen sitzen in der Sonne auf den Terrassen zahlreicher Cafés. Herrlich entspannt. Es fühlt sich alles ganz normal an. Fast als wäre Corona nur ein böser Traum gewesen.

LKW in Südtirol in den Bergen

Südtirol – im Himmelreich der Alpen

Schon bald erreichen wir unseren ersten Übernachtungsstop in Südtirol. Schnell fühle ich mich an unseren ersten Wohnmobilurlaub vor 5 Jahren am Gardasee erinnert. Die traumhaften Bergkulissen haben mir schon damals imponiert. 

Diese wunderschönen Bergketten, ausgekleidet mit einem grünen Teppich aus satten Almwiesen zu ihren Füssen, die von kleinen urigen Holzhütten und zufrieden umher stapfenden Kuhherden bewohnt werden. Es sieht aus wie gemalt.  

Die Umgebung wirkt so friedvoll und harmonisch, fast ein kleines Himmelreich. Herrlich dieses Südtirol!

Sterzig – Südtirol

In Sterzig, ganz im Norden von Südtirol, steuern wir einen riesigen Parkplatz neben einer Sportanlage an. Außer uns stehen nur einige vereinzelnde Autos und ein weiteres Wohnmobil auf dem Platz. 

Es war ein langer Tag für uns, so fallen wir nur noch müde ins Bett. Das Vorhaben, schöne Fotos von unserem LKW vor dieser Postkartenkulisse Südtirols zu schießen, verschieben wir auf den nächsten Morgen.

Nach dem Aufwachen traf uns allerdings der Schlag. Nicht nur die Autos, auch die Wohnmobile, hatten sich über Nacht, schlagartig vermehrt. Nicht verzehnfacht, gefühlt mindestens verhundertfacht. Der gestern noch leere Platz war plötzlich gerammelt voll. Durch die engen Lücken zwischen den Autos und Wohnmobilen, schoben sich unzählige Menschengruppen, wie auf einem Ameisenhaufen. Wahnsinn, damit hatten wir nicht gerechnet. Das Fotoshooting fiel dann leider aus.

Das Touristenaufkommen zu dieser Jahreszeit, hatten wir eiskalt unterschätzt. Muss wohl daran liegen, dass wir seit 5 Jahren nicht mehr in der Hauptsaison unterwegs waren. Irgendwie hatten wir das verdrängt. Ich schiebe das einfachmal auf die Zeitlosigkeit, die wir erleben, seitdem wir Vollzeit unterwegs sind.

Südtirol im August – voll, voller, am vollsten

Unser Parkplatz-Erlebnis setzte sich dann bei der weitern Fahrt durch Südtirol fort. Egal wo wir nach einem Stellplatz Ausschau hielten. Es war überall voll. Wahnsinnig voll. Auf jedem Parkplatz tummelten sich Menschen, nebst Wohnmobilen und Autos. Rummelplatz-feeling überall. Keine Chance, mit unserem großen LKW, ein ruhiges Plätzchen zu finden. Dabei hatten wir touristische TopHighlights, wie den Gardasee, bereits im Vorfeld ausgeklammert. 

Irgendwie sollte es nicht sein mit Südtirol und uns. Entweder scheiterten wir an den engen, steilen Passstraßen oder verwinkelten Gassen der Dörfer. An anderer Stelle waren wir mit Menschenmassen und mit Autos und Wohnmobil überfluteten Stellplätzen konfrontiert. Ich wusste gar nicht, dass die Italiener ein so campingfreudiges Volk sind.

So sahen wir uns leider gezwungen, die hübsche, heile Alpenwelt zügig zu durchqueren. Ja, da überkam mich schon ein bisschen Wehmut. Gerne hätte ich noch mehr gesehen vom schönen Südtirol. Aber, mit einem Oldtimer Wohnmobil, mit langem Radstand und 7,5t, kommt man eben nicht überall hin. Da nützt auch der Allradantrieb nichts.

So ist das eben. Schöner wohnen oder ein kleines, aber wendiges Wohnmobil für den spritzigen Roadtrip. Man kann eben nicht alles haben. Wirklich schade um Südtirol, aber manchmal muss man realistisch sein.

Am Ende fanden wir noch ein Plätzchen, an einem kleinen namenlosen See, unterhalb von Caldonazzo. Eine Haltebucht direkt an der Straße. Kein Traumspot, aber ok für eine Nacht.

Südtirol am Bergsee

Diese Haltebuchten-Plätze gibt es häufiger in Italien. Eigentlich ganz praktisch für eine Nacht, aber eben nicht wirklich idyllisch im Roller-Land Italien. Diese Dinger knattern ja vierundzwanzig Stunden am Tag, mit ohrenbetäubendem Lärm über die Landstraßen. Herrlich, so ein latent würziges Abgasaroma im Wohnmobil. Und einfach Fenster zu ? Geht nicht bei 40°. Sauna – Tod oder Benzingasvergiftung, standen hier also zur Wahl.

Stellplatz am Po –Lombardei

Nach einer schlaflosen Nacht, ging es weiter Richtung Süden. Wir wollten für die nun unbedingt ein etwas ruhigeres Plätzen finden, denn so langsam machten sich die Strapazen der Hitze und der Schlafmangel bemerkbar. Uns ist an dieser Stelle wirklich mal wieder bewusst geworden, wie anstrengend das Reisen manchmal sein kann. Nach dem teilweisen Stillstand und längeren Aufenthalten bei der Familie in Deutschland, braucht es doch etwas Zeit, um wieder in einen entspannten Reisemodus zu finden.

Fündig wurden wir dann auf einem kleinen unscheinbaren Wohnmobilstellplatz, direkt am Po gelegen. Nur eine kleine Landstraße, mit wenig Durchgangsverkehr, führt oberhalb des Stellplatzes entlang. Da es keine großen Städte ohne Sehenswürdigkeiten in der Nähe gibt, geht es hier entsprechend ruhig zu. Es gibt hier wirklich nichts Spektakuläres oder beeindruckend Schönes zu sehen. Aber dafür erholsame Ruhe vom überfüllten Südtirol und dem Straßenlärm der letzten Tage. 

Wenn ihr Euch also auf der Durchreise befindet und einfach mal Ruhe braucht, können wir einen Stellplatz empfehlen. Der Stellplatz verfügt über Mülltonnen, Säulen für die Stromversorgung und einen Wasseranschluss.

Toskana

Und dann wurde es Zeit für die Weiterfahrt, durch die wunderschöne Toskana. Nachdem die Region um die Poebene herum eher landwirtschaftlich geprägt war, änderte sich das landschaftliche Bild. Flaches braunes Ackerland, verwandelte sich eine sanft geschwungene, grüne Hügellandschaft. Wir passieren kleine Ortschaften mit hübschen urigen Fassaden. Elegante Zypressen säumen die Wege und vervollständigen das so typische Panorama für die Toskana.

LKW in den Bergen der Toscana

Lago di Bilancino und Weiterfahrt durch Florenz

Stausee Toscana

An einem hübsch gelegenen, großzügigen Stausee verbrachten wir eine weitere Nacht in der Toskana, bevor wir unseren Roadtrip in Richtung Florenz fortsetzten. Eigentlich wollten wir etwas länger am Lago di Bilancino verweilen, aber da uns vor Ort nicht nur der Trubel wieder einholte, sondern auch eine Mückeninvasion heimsuchte, sahen wir von einer weiteren Übernachtung ab.

Florenz haben wir dann ebenfalls nur durchquert. Sicherlich gäbe es in Florenz durchaus sehenswerte Orte, aber bei der gegenwärtigen Hitzewelle ist an ein Städtesightseeing, mit Hund im Schlepptau, nicht zu denken. Auch merken wir hier wieder, dass es mit unserem großen Lkw keine wirkliche Freude ist, in große, belebte Städte zu fahren. Wir bevorzugen doch eindeutig ruhigere Gefilde, mit Nähe zur Natur.

Lucignano- ein mittelalterliches Dorfjuwel

Umso schöner ist dann doch ein Besuch in einem mittelalterlichen Bergdorf. Wir besuchen Lucignano, eine kleine Gemeinde, gelegen in der Provinz Arezzo in der Toskana.

Das Dorf hat sich sein mittelalterliches Aussehen nahezu vollständig bewahrt. Lucignano, das mit seinen imposanten Stadtmauern auf 400m Höhe einer Festung gleicht, lädt in jeder Hinsicht, zu einem Rundgang durch die urigen Gassen ein. 

Lucignano Luftaufnahme

Nach dem Genuss einer leckeren Pizza in einem der gemütlichen Restaurants, gönnen wir und zum Nachtisch noch ein Eis. Die kulinarische Bandbreite in Italien muss ja ausgekostet werden. Und Lucignano hat eine phänomenal abartig gute Eisdiele. Ich glaube, wir haben noch nie so leckeres Eis verspeist!

Allein dafür lohnt es sich dort hinzufahren. Solltet ihr also auch mal in den Genuss kommen, Lucignano zu besuchen und Eis mögen, müsst Ihr unbedingt dahin: Gelaterie C’era Una Volta

Lucignano verfügt sogar über einen offiziellen und kostenlosen Wohnmobilstellplatz. Dieser Stellplatz liegt unterhalb des Dorfes und bietet sogar kostenfrei, eine Frischwasserversorgung mit Entsorgungsstelle sowie Stromsäulen. 

Vom Stellplatz aus kann in wenigen Gehminuten das kleine Bergdorf erklommen werden.

Der weitläufige Rasenplatz, liegt zwar auch direkt an der Straße, das Verkehrsaufkommen hält sich aber in Grenzen und ist auch wirklich das einzige kleine Manko. 

Das malerische Örtchen ist ein echtes Juwel und so ganz abseits der Touristenströme, auf jeden Fall einen Abstecher wert.

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